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04 Okt 1571

Skoda Rapid Spaceback

Was ist der Unterschied zwischen einem Spaceback und einem Stufenheck bzw. einem Fließheck? Das ist hier die Frage. Oder auch: Welche Autokarosserie ist in Europa beliebt? Im Süden mag man kleine und mittlere Schrägheck- oder Fließheck-Wagen, im Norden werden Kombis bevorzugt. Skoda hat anscheinend versucht, sich gleichzeitig auf beide Stühle zu setzen und hat ein Auto geschaffen, was beiden Typen ähnelt.

Die Tschechen machen heutzutage irgendwie langweilige Experimente. Früher waren Experimente mit der Form sehr viel mutiger gewesen, man erinnere an Design-Ikonen wie Citroen DS oder Renault Avantime - oder an den anderen tschechischen Autohersteller, Tatra - da gab es den windschnittigen Tatraplan mit teils absurd großem Heckflügel ... Das ist mal experimentelle Fantasie! Leider geht es in unserem Beispiel “Spaceback” eigentlich nur um Marketing. Gerettet wird das Ganze vielleicht etwas durch eine saftige grüne Lackierung und ein gläsernes schwarzes Dach, die dem Skoda Rapid Spaceback eine ungewöhliche Note verleihen.

Obwohl er auf der Plattform PQ25 aufbaut, die er vom VW Polo Sedan geerbt hat, ist der Rapid Spaceback länger als ein VW Golf. So kann man diesen Wagen als eine günstige Alternative zu dem in Europa und auch in Deutschland beliebten und verbreiteten VW Golf betrachten.

Was bringt also das “Space-Heck”? Mehr “Space”? Mehr Raum? Stellt man sich auf den Standpunkt, dass der Spaceback ein verkürzerter Kombi ist, dann sicherlich nicht. Oder vielleicht Fließheck mit erhöhter Ergonomie? Sie können das nennen wie Sie wollen, aber ein Stufenheck ist trotzdem praktischer. Der Radabstand ist gleich geblieben (2602 mm), vorne und hinten ist ausreichend Platz, aber trotzdem ist der Wagen hinten 18 cm kürzer. Und was wurde dieser Sequestrierung geopfert? Sie haben es erraten: ein Teil des Gepäckabteils.

Den Fahrzeugpapieren nach fasst der Kofferraum insgesamt 415 Liter, was deutlich weniger ist als bei dem Stufenheck Rapid mit seinen 530 Litern. Dazu kommt noch, dass die Ladefläche beim Spaceback viel kleiner ist. Es wird deutlich schwieriger sein, den Gepäckraum mit einer Waschmaschine oder einem kleinen Kühlschrank zu beladen. Und wenn man die hintere Sitzreihe zusammenklappt bildet es sich keine gerade Oberfläche. Tja, eben nicht ganz praktisch.

Die Passagiere im Fond sitzen aber genauso wie im Rapid. Alle Vorteile des Rapids sind hier erhalten geblieben - für diese Klasse recht bequeme Sitze, zahlreiche Fächer und Getränkehalter und insgesamt eine einfache und bequeme Innenaustattung von Volkswagen. Allerdings sind die Nachteile auch geblieben - rustikales Plastik, klappernder Deckel der Armlehne.

Aber es gibt ein Panorama-Dach! Natürlich ist im Innenraum das Glas nicht so riesig und durchgehend, wie es von außen scheint - der Abstand zwischen Frontscheibe und dem Dachglas wird durch eine recht große „Trennwand“ überbrückt. Und das Fenster in den Himmel kann man nach Wunsch auch schließen. Aber fürs Sterne gucken ist das Dach perfekt geeignet, ich hatte allerdings meist nur graue Wolken hinter dem Glas vorbeiziehen sehen ....

Und wie fährt er so? Unter der Haube habe ich einen 1,2-Liter Turbo mit 4 Zylindern. Gott sei dank nicht noch weniger, bei 3 Zylindern gibt es oft eigenartige, “unrunde” Geräusche. Und er zieht schlecht: Wenn man auf den Drehzahlmesser schaut, merkt man, dass bei 1500 Umdrehungen gar nichts geht, und ab 1700 Umdrehungen geht es dann irgendwie zögerlich los mit dem Drehmoment.

Aber es gibt auch positives zu berichten: Die 6-Gang-Schaltung ist ausgezeichnet. Wenn man Gas gibt, reagiert der Wagen innerhalb der zugelassenen 50 km/h in der Stadt flink und agil. Und die Zahlen auf dem Display sind sehr erfreulich - 6 Liter per 100 km. Diese Effizienz verdankt der Wagen seinem Turbomotor.

Außerhalb der Stadt ist auch wieder alles widersprüchlich. Da das Auto einen sechsten Gang besitzt, geht der Drehzahlmesser bei 130 km/h nicht weiter als 2 800 Umdrehungen. Die Ohren danken es der niedrigen Drehzahl, denn die allgemeine Schalldämmung ist nämlich nicht so sehr Premium-Format.

Die Beschleunigung ist nicht ganz so traurig wie erwartet, wegen des 1.2 TSI-Motors beschleunigt man bei höheren Drehzahken sehr viel besser als bei niedrigen. Ab 300 Umdrehungen pro Minute ist ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen, der sich gleichmäßig bis zum Anschlag von 6500 Umdrehungen erhöht. Nach der Fahrt auf der Autobahn zeigt der Bordcomputer erfreuliche 6,5 Liter Verbrauch.

5 Skoda Rapid Spaceback

Wie ist der Wagen also insgesamt einzuschätzen: Also - mit der Erfindung des “Spaceback” hat sich Skoda keinen Platz im Olymp verdient - außer, dass der Wagen durch einige Zentimeter weniger in der Länge vielleicht in eine kleinere Parklücke passt, kann er nicht so recht erfreuen. Ästhetischer ist er auch nicht geworden, als Stufenheck sieht der Rapid sogar irgendwie besser aus, stilvoller.

Der Motor 1.2 TSI passt auch überhaupt nicht. Vorteilhaft ist die 6-Gang-Schaltung, die fehlt beim Rapid Stufenheck. Die grüne Außenlackierung ist auch sehr schön, ebenso der helle Innenraum. Und natürlich das Panorama-Dach, vor allem, dass es nicht so sehr viel kostet.

Wenn ich noch einen Wunsch bei diesem Wagen offen hätte, würde ich mir einen Dieselmotor wünschen. Ansonsten hat Skoda mit dem Spaceback - vor allem im Vergleich mit dem anderen Rapid - umsonst das Rad neu erfunden.

(Fotos: Škoda Auto, a.s.)

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